Homepage von Alexander MiklósyHomepage von Alexander Miklósy

In der Mitte Münchens: Rosa Liste im Bezirksausschuss 

Rasante Entwicklung

Schwullesbisches Leben in München hat eine Lebendigkeit entwickelt, wie es für die Älteren noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Es wurde auf politischer Ebene und in gesellschaftlicher Hinsicht soviel Akzeptanz erreicht, dass es viele nicht mehr nachvollziehen können, wie diejenigen, die sich dem gleichen Geschlecht zugezogen fühlen, vom Gesetzgeber mit Strafen bedroht werden könnten.

Weltweit gesehen liegt da aber noch viel im Argen und so brauchen wir nur in unsere europäischen Nachbarländer zu blicken, wenn wir nach Negativbeispielen für den Umgang mit Schwulen und Lesben oder Transgender suchen. Ganz zu schweigen in einigen vom Islam geprägten Ländern.

Prominente sind gefordert

Politiker und Menschen im Rampenlicht der Öffentlichkeit haben sich immer schon schwer getan, wenn es um offene Lebensweise ging, zumal schwullesbisches Leben lange als reine Privatsache angesehen wurde und immer noch wird. Einerseits ist der Aspekt, die Privatsphäre zu achten, keineswegs außer Acht zu lassen, andererseits muss diese Anschauung viel differenzierter gesehen werden. Aber wie kann denn gesellschaftlich Aufmerksamkeit oder ein Wandel zustande kommen, wenn sich niemand öffentlich zur schwullesbischen Lebensweise bekennt? Deshalb sind Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben gefordert, Vorreiterrollen zu spielen. Aber genau das ist in der Vergangenheit weniger als zögerlich geschehen.

Rosa Liste als Vorreiterrolle

Die Mitglieder, Vorstände und Mandatsträger sind teilweise so weit im Rampenlicht, dass dadurch  der selbstbewusste Weg für diese Minderheit geebnet wird. Diese Haltung erst hat dann wiederum so manche(n) Bürger(in) unseres Landes ermutigt, aus dem Kämmerchen herauszutreten, um zu zeigen, wie „normal“ doch die Lebensweise ist, zu der er oder sie sich zu bekennen bereit ist. Das ist auch ein Respekt am Partner, der hier gelebt wird, wenn diejenigen es auch wünschen. Dieser Wunsch muss aber oberste Priorität behalten. Von unnötigen Zwängen halten wir gar nichts, schon gleich gar nichts vom Zwangsouting.

Große Breitenwirkung

Diese Entwicklung soll nun auf allen Ebenen erfolgen, gesellschaftlich wie politisch. Geradezu vorbildlich erfolgreich agiert aus diesen Gedanken heraus die Rosa Liste. Mit Stadtrat Thomas Niederbühl als „Aushängeschild“ seit 1996 in die Regierungspolitik der Stadt München eingebunden, vertritt er die „Comunity“ als nicht mehr weg zu denkenden Bestandteil Münchens. Zuvor schon hat Thomas Niederbühl im Bezirksausschuss eine wertvolle Vorreiterrolle übernommen und damit den Grundstein für die folgende erfolgreiche Entwicklung gelegt.

Die Kandidaten 

Die letzten Wahlen zum Stadtrat und Bezirksausschuss sind als weiterer Meilenstein zu sehen, bei denen im einzigen von der Rosa Liste besetzten Wahlkreis Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt gleich 14 %  der Stimmen erzielt werden konnten. Es zogen damit nicht nur 3 Vertreter (Alexander Miklósy, Andreas Klose, Carlos Lopes) der Rosa Liste in das „Stadtteilparlament“ ein, dazu wurde als Vorsitzender des Bezirksausschusses (BA) mit Alexander Miklósy im Jahr 2002 erstmals ein offen schwuler Kandidat gekürt. Wieder gewählt als Vorsitzender in den Jahren 2008 und 2014.

Vielfältige Arbeit im Bezirksausschuss  

Die Arbeit der Rosa Liste wurde und wird in der allgemeinen Presse intensiv verfolgt, insbesondere die Arbeit des Vorsitzenden des Bezirksausschuss, Alexander Miklósy. Eine Fülle von Zeitungsartikeln, aber auch Radio- und Fernsehsendungen haben den Vorsitzenden des Bezirksausschuss 2 mit einbezogen. Selbstverständlich muss für den Repräsentanten des Bezirksausschusses das Gremium selbst im Vordergrund stehen, jedoch ist oftmals auch die Rosa Liste als Wählerinitiative zum Thema gemacht. Insgesamt ist die erfreuliche Entwicklung zum Wohle der gesamten Stadt, aber auch von Minderheiten allgemein, speziell aller Lesben und Schwulen zu sehen. Es soll alle ermuntern, offen zu sich und seinen Partnern zu stehen, wenn es das Umfeld erlaubt. Und dies wird immer breiter.

Spezielle interessante Themen

aus dem Bezirksausschuss gibt es die volle Bandbreite des politischen Alltags: Verlagerung des Klinikviertels aus dem Bahnhofsumfeld, Ausufern der Konzessionen für Spielhallen, Restaurierung des Alten Südfriedhofs, Verkehrs-, Fahrrad- und Parkplatzprobleme, Kultur im Stadtbezirk, sowie soziale Einrichtungen aller Couleur. Weiter hat sich der Bezirksausschuss mit der Ausarbeitung eines Kulturpfades durch den Bezirk beschäftigt, bei dem schwullesbische Themen mit eingearbeitet wurden. Der Bezirksausschuss stellt zwar nicht die Genehmigung für solche Ereignisse aus, doch gilt dessen Votum als wichtige Richtlinie für die Verwaltung, wie solche Vorhaben letztendlich entschieden werden. Das lässt sich fortführen für die anderen, mit zum Flair dieses Viertels beitragenden Straßenfeste: Gärtnerplatz-, Glockenbach und das schon legendär erfolgreiche Hans-Sachs-Straßenfest. Ganz zu schweigen von der Zusammenarbeit mit der Verwaltung, wenn es um das Oktoberfest, Tollwood oder den CSD geht, dessen Zug sich zu einem Teil durch das Viertel schlängelt, das seine Regenbogen – Minderheit nicht verschämt versteckt, sondern so stolz und selbstbewusst damit umgeht, wie es für alle Gruppen in der Gesellschaft unseres Stadtviertels selbstverständlich sein sollte.

Alexander Miklósy