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Zur Geschichte:

Der 2. Stadtbezirk besteht aus 2 Vierteln, die erst um das Jahr 1800 entstanden sind. Das mittelalterliche München war mit Befestigungsanlagen umgeben, die ungefähr entlang des heutigen Altstadtringes verliefen. Außerhalb dieser Anlagen erstreckte sich der Burgfriede, ein Gebiet, das zwar außerhalb der der Mauern lag, aber politisch zu München gehörte. Diese Gebiete lagen vor der Stadt, daher die Bezeichnung "Vor-Stadt".

Landwirtschaftlich genutzt und nur dünn besiedelt, dienten diese Gebiete auch als Übungsgelände für Militärzwecke, wie z. B. die Landwehrstraße oder in der Maxvorstadt das Marsfeld. Künstlich angelegte Bäche wurden aus der Isar gespeist und dienten dem Antrieb von Mühlen wie in der Dreimühlenstraße. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert trieb die Ausdehnung der Stadt bis weit über den Burgfrieden hinaus voran und prägte den 2. Stadtbezirk in seinem heutigen Erscheinungsbild.

Der Name Ludwigsvorstadt geht auf König Ludwig I. (1786-1868) zurück und ist seit dem Jahr 1810 gebräuchlich, dem Jahr in dem er sich am 12. Oktober 1810 mit Prinzessin Theres von Sachsen-Hildburghausen (1792-1854) vermählte. Diese Feier war die Geburtsstunde des Münchner Oktoberfests, mit dem sich das Paar namentlich in dieser Gegend verewigte.

Die Ludwigsvorstadt entwickelte sich zu einer noblen Wohngegend außerhalb der stickigen und dunklen Altstadt des damaligen München. Noble Fassaden und wohlklingende Straßennamen deuten auch noch heute auf die finanziell gutsituierte Bewohnerschaft der damaligen Zeit hin. Zur den Geistesgrößen (Schiller, Goethe, Lessing usw.), die in Straßennamen verewigt wurden, mussten auch möglichst patriotisch protzig die Namen des Stadtgründers Herzog-Heinrich den Löwen (1129-1195) sowie Kaiser Ludwig von Bayern (1282-1347) herhalten. Die Bewohnerschaft war auch mit den alten ländlich klingenden Namen nicht mehr einverstanden. So wurde aus der bis 1905 benannten Heustraße der Name Paul-Heyse gewählt. Ein Literat, der heute kaum noch bekannt ist und 1910 den Literaturnobelpreis erhielt (1830-1914). Aus der bodenständigen Kleestraße wurde Hermann-Lingg (1820-1905) verewigt und die Rennbahnstraße in Martin-Greif-Straße (1839-1911) umbenannt.

Die Isarvorstadt grenzt an der Lindwurmstraße an, die erst ab 1877 an dem Mediziner Josef von Lindwurm (1824-1874) erinnern soll. Der Leiter des Krankenhauses Links der Isar (heute: Medizinische Klinik in der Ziemssenstraße) leitete dieses Krankenhaus, das aus hygienischen Gründen außerhalb der Altstadt errichtet wurde. Die vormals als Sendlinger Landstraße bezeichnete Ausfallroute entsprach nicht dem Stellenwert dieses Gebiets, das sich für eine "Landstraße" zu schick vorkam. Erstmals im Jahr 1812 erschien der Name Isarvorstadt als schlichtweg verkürzte Bezeichnung eines Gebiets entlang der Isar: Ständig von Überflutung gefährdet, mit Wildwuchs bedeckte Einöde, in der die Wasserkraft als einzige Einnahmequelle Geschäfte versprachen: Müller-, Holz-, Baum- und Westermühlstraße erinnern mit ihren Namensgebungen daran. Die Absenkung der Isar um acht Meter ab 1850 ermöglichte erst zusammen mit der Kanalisierung die einigermaßen Hochwasser sichere Bebauung des Gebiets.

Das Gärtnerplatzviertel entstand aus einem Guss in einem geometrischen Muster vom gleichnamigen Platz ausgehend. Am Reißbrett entstanden war es eines der ersten privat finanzierten Wohngebiete der in der Gründerzeit schnell wachsenden Stadt München, Zentrum war das damals bezeichnete Aktien-Volkstheater, das während der privat betriebenen Spielzeit immer mit finanziellen Engpässen zu kämpfen hatte. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte durch Übergang in staatlichen Besitz der dauerhafte Spielbetrieb gesichert werden. Dieses glückliche Geschick konnte das in der Kolosseumstraße angesiedelte damals vollkommen überdimensionierte Spielhaus "Kolosseum" nicht erfahren und wurde nach dem Krieg - obwohl Größen wie Karl Valentin zum Ruhme beitrugen - unwiederbringlich abgerissen.