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Was guckst Du nur!?

Was wären wohl alle Einrichtungen im öffentlichen Leben ohne freiwillige Arbeit? Im Sozialen Bereich, im Sport und allen vorstellbaren Lebenslagen ist persönliches Engagement nicht wegzudenken! So auch in der Politik. Dabei haben so manche Interessierte eine ganz falsche Vorstellung. Es geht keineswegs nur um das Schwingen großartiger Reden, was so manchem/r vielleicht gar nicht liegt. Es gibt die verschiedensten Aufgaben zu erledigen: Mal muss ein Zelt aufgebaut oder Hunderte Plakatständer zusammen gezimmert werden. Mal soll ein Text entworfen oder ein treffendes Statement formuliert werden. Mal ist die Organisation eines Festes angesagt oder das Fahren eines kleineren Lkw. Mal ist es eine Ordnertätigkeit oder einfach nur die eine oder andere Besorgung, um nur einen Abriss der vielfältigen Aufgaben zu geben.

Tatsache ist, dass es bei den meisten Organisationen an diesen helfenden Engeln mangelt. Ebenso bei der Rosa Liste. Selbstverständlich ist auch die zahlende stille Mitgliedschaft eine willkommene Hilfe für das Fortbestehen der Wählergemeinschaft, denn man kann sich sehr wohl auch Dienstleistungen erkaufen. Doch letztendlich ist es auch eine Frage der Solidarität und der Freude, wenn wir im gemeinsamen Kreis Dinge bewegen und dabei an der großen Schraube auch nur ein wenig mit gedreht haben. Also: Rafft die Röcke, nehmt Euren Mut zusammen und helft mit! Über viel Engagement von Euch freuen sich der Vorstand der Rosa Liste und die Mandatsträger zusammen mit der ganzen Comunity!!

AM

 

Rede beim CSD Juli 2005:

In einer Stunde wird sich der Zug durch das wohl bunteste Viertel hier in München schlängeln.

Wenn wir dann nach der Sonnenstraße durch das Gärtnerplatzviertel ziehen, sind wir quasi in der Hochburg der Rosa Liste. Dort ist unser größter Anteil an Akzeptanz in dieser Stadt.

So jedenfalls geht es aus den Statistiken der Wahlauszählungen hervor. Aber diese Akzeptanz erfahren wir und Ihr nicht überall. Wir erleben von kirchlicher, politischer, aber auch gesellschaftlicher Seite nach wie vor harten Gegenwind. Auf diesen Gegenwind wollen wir durch unser Motto Young and Pride? aufmerksam machen und dies damit ganz auf die Jugend beziehen.

Nun bei uns Älteren weiß ich es nicht nur aus meinem Bekanntenkreis, dass manche von uns nicht zu sich selbst stehen wollen oder sich selbstbewusst zu ihrer Lebensweise bekennen.

Lebensweise sage ich deshalb, weil schwul oder lesbisch sein, mehr ist als nur Party. Das gilt für die Älteren, aber ganz genauso für die Jüngeren.

Untersuchungen zeigen, dass gerade einmal 10 % der Jungen Lesben und Schwulen sich zu ihrem Lebensstil bekennen.

Ich habe öfter mal mit Schülern eine Diskussion bei uns im Gärtnerplatzviertel und kenne die Probleme und die Ausgrenzung von Jungen und Mädels, wenn es um lesbisch oder schwul sein in der Schule geht. Hier gilt es wieder einmal Flagge zu zeigen, gerade wie damals in der Christopher Street in New York. Diesmal ist der Missstand, dass Junge Menschen zutiefst verunsichert oder gar in ihrem Umfeld schikaniert werden. Da bleibt nämlich von unserem Motto young and Pride? wirklich nur noch das Fragezeichen übrig. Wir von der Rosa Liste rufen Euch allen: Steht zu Euch und Euren Partnern und glaubt an Euch selbst, damit wir das Fragezeichen hinter dem Wort Pride, endgültig verschwinden lassen können.

Und gerade dieser Gedanke zeigt wieder einmal, wie wichtig der heutige Tag ist. Zum 25. Mal feiern wir in München den CSD und entwickeln ein einzig artiges WIR Gefühl. Das ist auch zum 25. Mal ein Tag, an dem ich wieder stolz darauf bin, wie sich der CSD in München entwickelt hat. Zwar eine ausgiebige Party für alle, aber was mich voller Stolz in die Zukunft blicken lässt, ist der politische Anspruch unseres CSD, wie er sich in der Kundgebung hier am Marienplatz präsentiert. Ich hoffe, das geht Euch ebenso und möge der CSD in München auch für die nächsten 25 Jahre diesen Charakter bewahren.